Montag, 24. November 2008

Schneeräumung

Beim Wintereinbruch zeigt sich oft solch ein Bild: Die Schneeräumung auf den Autofahrbahnen funktioniert und endet genau beim Schild für den Fuss- und Radweg (hier heute morgen bei der Kreuzung Rheinstraße - Heldendankstraße).

DSC00743

Noch ein Beispiel von optimierbarer Schneeräumung in der für Autos gesperrten Riedergasse, die für Radler/innen normaler weise frei ist, außer es schneit ...

DSC00742

Diese Beispiele sind inzwischen in Bregenz aber die Ausnahme.

Das schwarz-grüne Arbeitsübereinkommen (pdf) schreibt nämlich fest:

"Schneeräumung

In Bezug auf die Schneeräumung werden Radwege und Autofahrbahnen wo immer möglich gleich behandelt. Es wird eine Initiative zur Verbesserung der Gehsteigräumung in Zusammenarbeit mit den zur Räumung Verpflichteten gesetzt."

Auf unserer Website steht dazu noch

"Stand der Umsetzung:

In Vorbereitung."

Das werden wir nun ändern müssen. Denn mittlerweile funktioniert's großteils. Bilder, wie das folgende, waren heute in der früh nämlich in Bregenz die Regel. Hier die Ausfahrt aus dem Riedner Radtunnel:

DSC00745

Freitag, 21. November 2008

Regierung und Radbrücke

Ich war ein paar Tage weg. In Bayern und Oberösterreich. Beim Wegfahren habe ich darüber nachgedacht, ob wir bei der Rückkehr wohl schon eine neue Regierung haben. Es hat sich dann ja alles nochmals verzögert. Es sah schon so aus, als würden sie das Ganze in den Dezember hineinziehen, damit die Leute dann sagen: "Besser eine solche Regierung zu Weihnachten, als ein Weihnachten ohne Regierung." Aber es scheint nun ja doch zu klappen und Gusi und Pater Willi können sich um einen anderen Job umsehen.

Brücke in Vietnam

Erfreulicheres gibt es von der Gemeindeebene zu berichten: Hard hat nun doch der Radbrücke über die Bregenzerache zugestimmt. Da ging es hinter den Kulissen in den letzten Monaten ziemlich hin und her. Dass es nun doch klappt, hat viel mit der Geduld und der Hartnäckigkeit unseres Vizebürgermeisters Gernot Kiermayr zu tun. Überhaupt wäre das Projekt ohne die Grünen dies- und jenseits der Ache nie beschlussreif geworden. Für mich persönlich wird ein langjähriger Traum damit war. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, dass der Bau erst 2010 beginnen soll und erst 2011 fertig wird. Wir werden halt noch so lange warten müssen, bis wir diesen grünen Erfolg nicht nur auf dem Papier, sondern live vor uns haben.

Aussendung Grüne Bregenz: Die Radbrücke ist ein wichtiger Schritt für eine klimafreundliche Verkehrspolitik

Bild: My-Thuan-Brücke in Vietnam
Quelle: www.bilfingerberger.de

Mittwoch, 12. November 2008

Laternenfest

Mal was Privates. Passt aber auch zum Kindergarten-Beitrag vom 6. November.

dscf1371

Bilder vom Laternenfest in Clara's Kindergarten.

--> Laternenfest

Dienstag, 11. November 2008

Eva in V

Gestern war Eva Glawisching erstmals als amtsführende Bundessprecherin in Vorarlberg.

Eva in V

Unter anderem hat sie sich einen Abend lang Zeit genommen zu berichten und v.a. zuzuhören. Über 30 Funktionär/innen haben die Gelegenheit genutzt. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass wir eine sehr geschlossene Landesorganisation mit hoher Qualität in der politischen Diskussion sind (in aller Bescheidenheit ;-) ). Eva war sichtlich beeindruckt und dankbar, sowohl für unsere konstruktive Kritik als auch für unsere Unterstützung.

Ich habe schon vor einigen Tagen aus Salzburg berichtet, dass ich den Eindruck habe, dass bei den Grünen die kollektive Verantwortung für den anstehenden Reformprozess wahrgenommen wird und wir auf einem guten Weg sind. Dieser Eindruck hat sich gestern bestätigt.

Weitere Bilder hier als Diashow.

Sonntag, 9. November 2008

Die Landes-VP im Dilema

Wie Johannes Rauch richtig ausführt, fordert Sausgruber in der letzten Woche etwas, das es ohnehin schon gibt. Oder er ist schlichtweg nicht im Stande, zu erläutern, wo es noch einen Korridor zwischen der derzeitigen Gesetzeslage und den Grenzen des Rechtsstaates gibt. Das ist in letzter Zeit nicht untypisch für die Rechten in diesem Land.

ÖVP 2008

Seit dem "Ausländervolksbegehren" im Jahr 1993 haben sie Jahr für Jahr ihre "restriktive Ausländerpolitik" weiter verschärft und verschärft und nochmals verschärft. Nach 15 Jahren ist diese Politik (auch in ihrer eigenen Logik) mehrfach gescheitert und in der Sackgasse:

1. Das "Ausländerproblem" wurde in keinster Weise gelöst:
  • Die ethnische Fragmentierung schreitet weiter voran. Spannungen steigen. Konflikte häufen sich.
  • Die Zuwanderung geht weiter. Ganz einfach, weil es dafür ökonomische Notwendigkeiten gibt, die die Rechten zu ignorieren und negieren versuchen.
  • Asylverfahren dauern nach wie vor viel zulange. Die Rechten waren nicht im Stande und vermutlich auch gar nie Willens, die Situation zu verbessern, weil ihnen dann ja ein nützliches Feindbild abhanden käme.
  • usw.
2. Die restriktive Politik stößt immer öfter an völker-, europa-, menschen- und verfassungsrechtliche Grenzen. Oder besser formuliert: Sie ist immer öfter schon so weit jenseits dieser Grenzen, dass europäische und innerstaatliche Höchstgerichte nicht mehr zuschauen wollen. Was kann dem aufgepeitschten Volk also noch an Maßnahmen angeboten werden? Soll es auch in Vorarlberg ein Saualm-Lager geben, auf dem Asylwerber/innen bis zur Endlösung konzentriert werden? Ganz so weit ist die ÖVP in Vorarlberg – zumindest öffentlich – noch nicht. Also wird eben etwas gefordert, dass es zwar schon gibt, das das Dilema aber vielleicht ein paar Wochen überbrückt.

3. Es ist einerseits richtig von "den Rechten" zu sprechen und dabei im Kontext der "Ausländerpolitik" die ÖVP und auch die SPÖ mit zu meinen. Die FPÖ war zwar der Motor der "restriktiven Ausländerpolitik". Im Parlament beschlossen und in der Regierung umgesetzt haben sie aber vor allem Rot und Schwarz.

Anderseits gilt es aber zu differenzieren: Den Rechten kann es nur recht sein, die Situation zu eskalieren. Lange Asylverfahren. Den Betroffenen die Integration (am Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft) verweigern. Sie wann immer möglich aus der Betreuung raus zu schmeißen und dann mit dem Finger auf sie zu zeigen, wenn sie nicht gut deutsch können, nicht integriert sind und teilweise auch kriminell werden. Für FPÖ und BZÖ ist die Strategie klar: Eskalieren, stärker werden, raus aus der EU, die Europäische Menschenrechtskonvention, die Flüchtlingskonvention und andere lästigen Grund- und Menschenrechte zumindest teilweise außer Kraft setzen und sich so freie Hand für Maßnahmen verschaffen, die im Moment noch nicht gehen. Die Saualm ist da ein Pilotprojekt um abzutasten, wie weit sie schon gehen können bzw. wie weit sich die Grenzen zwischen Möglichem und Unmöglichen verschieben lassen.

Für Rot und Schwarz, vor allem für die ÖVP, ist das nicht ganz so einfach. Sie haben in den letzten 15 Jahren versucht einen Spagat aufrecht zu erhalten.
Auf der einen Seite der Versuch, es den Rechtsparteien recht zu machen oder sie sogar rechts zu überholen. Auf der anderen Seite christlichsoziale, linkskatholische und auch konservativ-moslemische Wählerschichten mit integrationspolitischen Sonntagsreden bei der Stange zu halten.
Beides funktioniert nicht mehr. Das zeigt gerade das Nationalrats-Wahlergebnis in Vorarlberg. ÖVP und SPÖ verlieren deutlicher als im Bundesschnitt. In zwei Richtungen: Nach rechts. Die Verängstigten und Aufgehetzten gehen gleich zum sprichwörtlichen Schmid und nicht zum Schmiedle. Weniger deutlich auch nach links, weil immer mehr aufrechte Sozialdemokrat/innen, wahre Bürgerliche, proletarische und konservative Migrant/innen zwar vielleicht nicht mit allem einverstanden sind, was die Grünen fordern, aber darin die einzige Hoffnung oder wenigstens das kleinere Übel sehen.

Was soll die ÖVP also machen? Viel weiter nach rechts kann sie nicht, weil sie dann ihre Glaubwürdigkeit als christliche, demokratische, europäische Partei (weiter) verliert. Ein Schwenk hin zu einer modernen Integrationspolitik aber würde einerseits an der eigenen Basis vielfach auf Widerstand stoßen und wäre andererseits wenig glaubwürdig. Er würde also - wenn überhaupt - den Wählerverlust zu den Grünen nur leicht bremsen und jenen nach rechts möglicherweise nur noch fördern.
  • Die ÖVP in Vorarlberg kann also nur verlieren und das ist gut so.
  • Die Rechten werden zwangsläufig dazu gewinnen. Das lässt sich kurzfristig kaum aufhalten.
  • Wir Grüne haben aber ebenfalls eine Chance stärker zu werden und können der Landes-ÖVP dann noch deutlicher zeigen, wo die Lösungsansätze und Auswege sind.
    Vor zehn Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, dass die Landes-VP eine grüne Energiepolitik macht. Heute ist das Realität (s. "Energiezukunft Vorarlberg": Wichtiger Meilenstein erreicht)
    In zehn Jahren wird dieselbe VP eine grüne Integrationspolitik machen. Was Sausgruber dieser Tage von sich lässt wird im Rückblick allen so absurd erschienen wie es heute die Forderung nach der Eröffnung des AKW Zwentendorf wäre.
Soweit mein Wort zum Sonntag.

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